07.
Feb
2010
Geschrieben von: Avi Efroni    Drucken E-Mail
Israeliche Filme auf der Berlinale
Deutschland - Berlin

59_IFB_logoIsraelischer Film auf der 60. Berlinale vom 11.02. bis zum 21.02.2010

Berlinale- Tickets

Zentraler Kartenvorverkauf

Ab Montag, dem 8. Februar täglich von 10 bis 20 Uhr:

– in den Arkaden am Potsdamer Platz,

– im Kino International, Karl-Marx-Allee 33/ Ecke Schillingstraße,
10178 Berlin Mitte

– in der Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin

Online-Kartenvorverkauf

Ab Montag, dem 8. Februar ist ein begrenztes Kontingent an Eintrittskarten online buchbar. Zum Online-Ticketverkauf gelangen Sie direkt aus der Programmdarstellung über ein zu den Vorführungen angezeigtes Icon.

Die Bezahlung, zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 1,50 € pro Karte, erfolgt über Kreditkarte (Amex, Mastercard, Visa). Nach Abschluss der Bestellung/Bezahlung ist keine Änderung oder Rücknahme möglich. Die gebuchten Karten können zwischen 10 Uhr und 19.30 Uhr gegen Vorlage der ausgedruckten Bestellbestätigung und des Personalausweises am Internetcounter der Berlinale in den Arkaden am Potsdamer Platz abgeholt werden. Bitte beachten Sie, dass es am Abholcounter zu Wartezeiten kommen kann. Holen Sie deshalb bestellte Karten so früh wie möglich ab.

Der Kartenvorverkauf findet jeweils drei Tage im Voraus, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus statt. Am Tage der Vorstellung sind Eintrittskarten nur an den Tageskassen der Kinos erhältlich.

"Berlinale Kinotag" am 21. Februar

Für den Kinotag beginnt der Vorverkauf am 8. Februar an allen Vorverkaufsstellen. Einheitspreis für alle Vorstellungen dieses Tages ist 6,00 € pro Ticket.

Panorama

13.2. – Cubix 9, 18.2. im Zoo-Palast – 19:00 Uhr, 19.2. – 10:30  cinnemaxx 7 ,Cubix 9  - 20.2. 17:00

20101386_1Phobidilia  _

Regie: Doron Paz, Yoav Paz
Israel, 86 Minuten, Hebräisch, englische Untertitel
DarstellerInnen: Ofer Shechter, Efrat Baumwald, Shlomo Bar Shavit, Efrat Dor
Dem Regie-Doppel gelang ein fesselndes Langfilm-Debut über die
Außenwelt-Flucht eines jungen Programmierers, der seit Jahren in seiner
Wohnung in Tel Aviv lebt, ohne sie je zu verlassen. Er hat sich den
perfekten Rückzugsort geschaffen und spürt keinen Mangel, da er seine
Bedürfnisse durch Internet, Fernseher, Telefon und Playstation komplett
abdecken kann. Als der Hausverwalter, ein KZ-Überlebender, von ihm fordert,
auszuziehen, da die Wohnung verkauft werden soll, bricht seine Innenwelt
zusammen. Die Begegnung mit Daniella, einer Umfragen-Interviewerin, wirbelt
seine Gefühle zusätzlich auf, bis es ihm gelingt, eine klare Entscheidung zu
treffen.
Ein inhaltlich vielschichtiger Film, zentriert auf einen stark begrenzten
Raum. Durch das raffinierte Drehbuch gestalten sich in diesem Raum
kontrastreiche Szenarien, in denen sich ein psychologisches Kaleidoskop aus
Ängsten, Frühtraumata, Generationskonflikten, Sehnsüchten, Begierden und
Hoffnungen spiegelt und für Thriller-Momente ebenso wie für tiefgründige
Metaphern sorgt.

Panorama Dokumente

CineStar 7: 15.2.  – 14:30

CineStar 7: 16.2. – 12:00

Colosseum 1: 17.2. – 15:30

A Film Unfinished (Shtikat Haarchion)

Regie: Yael Hersonski
Israel, 89 Minuten, Hebräisch, Deutsch, Polnisch, Jiddisch, Englisch mit
englischen Untertiteln
1942 wurden im Warschauer Ghetto unter dem Auftrag des NS-Regimes
umfangreiche, (scheinbar) dokumentarische Aufnahmen gedreht, die zu
Propagandazwecken verwendet werden sollten. Drei Monate später begann die
Deportation der Ghetto-BewohnerInnen in die Konzentrationslager. Die
Aufnahmen verblieben in einem Archiv der Nationalsozialisten. Nach
Kriegsende fanden sie teilweise Eingang in die Aufarbeitung und Offenlegung
der Nazi-Vergangenheit durch Museen und Filmproduktionen, aber ohne die
Entstehung der Filmszenen selbst zu thematisieren. "Shtikat Haarchion"
stellt den Zusammenhang zwischen dem historischen Material und dessen
Eingebundenheit in das NS-System her. Die Regisseurin reflektiert die
Ausschnitte zusammen mit einigen ZeitzeugInnen, die sich präzise an die
Filmarbeiten im Ghetto erinnern. Stück für Stück wird enthüllt, welche
Gedankenbilder mit den (teils gestellten) Szenen hervorgerufen werden
sollten. Einbezogen werden auch das Tagebuch des Judenrats-Vorsitzenden, der
sich vor der Deportation umbrachte, und das Gerichtsprotokoll von einem
Prozess nach 1945 gegen einen beteiligten Kameramann.


CineStar 7: 16.2.  – 22:30, 17.2. – 20:00 , 18.2. – 22:30

Gay Days (Hazman Havarod)
Regie: Yair Qedar
Israel, 71 Minuten, Hebräisch, englische Untertitel
Der Dokumentarfilm blendet zurück bis ins Jahr 1985 und erkundet von dort
die Schwulen- und Lesbenbewegung in Israel. Zu Beginn stießen die
AktivistInnen rasch an die Grenzen der Toleranz und waren oft Anfeindungen
ausgesetzt. Der Regisseur konstruiert anhand von zahlreichem Film- und
Bildmaterial aus Presse und TV sowie persönlichen Archiven diese Pionierzeit
nach. Viele ProtagonistInnen hat er für ausführliche Interviews vor die
Kamera geholt, so dass sich ein detailreiches Mosaik über den gewaltlosen
Kampf zur Anerkennung der Rechte von homosexuellen Menschen in Israel
ergibt. Erste Erfolge stellten sich nach und nach ein. Als im Jahr 1998 die
transsexuelle Dana den Eurovision Song Contest für Israel gewann, gab es ein
riesiges, spontanes Straßenfest in Tel Aviv, durch das sich zeigte, dass das
Eis zwischen Schwulen und Lesben und der heterosexuellen Öffentlichkeit
gebrochen und der Weg zu einem selbstverständlicheren Umgang miteinander
geebnet war.


Cinestar7:  13.2. – 20:00, 14.2. – 22:30, Colosseum1 – 15.2. – 15:30, Cubix 7: 20.2. – 17:30

I Shot My Love
Regie: Tomer Heymann, Israel, Deutschland
Israel, Deutschland, 2009, 70 Minuten, Hebräisch, Englisch mit englischen
Untertiteln
70 Jahre nachdem sein Großvater aus Nazi-Deutschland nach Israel fliehen
musste, kehrte der Dokumentarfilmer Tomer Heymann 2006 als Gast des
Panoramas nach Berlin zurück, um seinen Film "Bubot Niyar (Paper Dolls)"
vorzustellen. Hier lernte Heymann in einem Club Andreas Merk kennen und
verliebte sich in den deutschen Tänzer. In "I Shot My Love" erzählt Tomer
Heymann jetzt die Geschichte dieser Liebe. Heymanns Mutter Noa kann nicht
darüber hinwegkommen, dass ihr Sohn das einzige Kind ist, das nach der
Trennung der Eltern noch in ihrer Nähe lebt. Als Andreas Tomer das erste Mal
in Tel Aviv besucht, muss er sich nicht nur an das Zusammenleben in der
neuen Beziehung gewöhnen, er muss auch lernen, den manchmal komplizierten
Alltag in Israel zu verstehen und mit der Familiengeschichte seines
Geliebten umzugehen.

Forum
CinemaxX4: 13.2. – 19:30

Cubix 7: 15.2. – 12:30

Arsenal 1: 16.2. – 22:45


Black Bus (Soreret)
Regie: Anat Yuta Zuria
Israel, 76 Minuten, Hebräisch, mit englischen Untertiteln
In einem Linienbus in Jerusalem wird der strikte Verhaltenskodex der
ultraorthodoxen Haredi sichtbar. Frauen müssen hinten einsteigen und in
einem von den Männern abgeteilten Bereich sitzen. Die Regisseurin begleitet
zwei junge Frauen, die sich aus ihren Haredi-Familien losgelöst haben, bei
der Wiederbegegnung mit den Zwangsstrukturen, zu denen arrangierte Heiraten,
Kleidervorschriften, separate Schulen und kontrollierter Umgang gehören. Es
entstanden aufrüttelnde Aufnahmen über die dogmatische Härte, mit denen die
Haredi ihre Regeln verteidigen. Die Jurastudentin/Fotografin und die junge
Mutter, die über ihr Leben als Tochter einer Haredi-Familie in einem
vielgelesenen Online-Blog berichtet, treffen zudem auf andere Betroffene und
kommen mit einigen Rabbinern ins Gespräch, die eine kritische Haltung
gegenüber den Haredi-Forderungen einnehmen. Beiden Frauen wird bis heute von
ihren Familien der Kontakt verweigert.
Anat Yuta Zuria wurde für ihre Filme, in denen sie sich couragiert mit
Geschlechterfragen in Israel auseinandersetzt, bereits mehrfach
ausgezeichnet.

Berlinale Shorts/Kurzfilme


Hayerida

Regie: Shai Miedzinsi
Israel, 20 Minuten, Hebräisch, Englisch mit englischen Untertiteln
Eine Familie sucht einen Stein. Einen Grabstein für das Grab des verlorenen
Sohnes. Die Suche wird zur Reise, und der Verlust bringt zurück, was
unterdrückt war.

Darüber hinaus werden einige von anderen Ländern produzierte Dokumentationen

über die Nazi-Strafverfolgung im Nachkriegsdeutschland sowie über den
Nahostkonflikt gezeigt:

Panorama Dokumente
Sonntag  Feb 14 17:00 CineStar 7 (E)

Mon Feb 15 17:00 CineStar 7 (E)

Dienstag Feb 16 17:30 Cubix 7 (E)


Fritz Bauer - Tod auf Raten (Death By Instalments)
Regie: Ilona Ziok
Deutschland, 110 Minuten, Deutsch mit englischen Untertiteln
Fritz Bauer war wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik
je hatte. Er sah sich als Jurist aus Freiheitssinn und war überzeugt, dass
der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates hat. Hierfür
stritt er als niedersächsischer Generalstaatsanwalt 1952/53 in einem
aufsehenerregenden Prozess, in dem es um die Legitimität des 20. Juli 1944
ging und in dessen Verlauf Bauer die Rehabilitierung der hingerichteten
Verschwörer erreichte. Damit war er ein Pionier modernen
zivilgesellschaftlichen Denkens. Mit derselben Zielgerichtetheit hat er die
Aufhellung und Ahndung der NS-Verbrechen in Gang gesetzt. Als hessischer
Generalstaatsanwalt (1956–1968) war er der maßgebliche Initiator der
Frankfurter Auschwitzprozesse. Eine wichtige Rolle spielte Bauer auch bei
der Ergreifung Adolf Eichmanns, indem er den Aufenthaltsort des Buchhalters
der Endlösung an den israelischen Mossad verriet, damit Eichmann in
Jerusalem vor Gericht gestellt werden konnte.

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Aktualisiert ( Sonntag, den 07. Februar 2010 um 22:32 Uhr )
 
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